Eric


Am 03.11.2004 um 2.30 Uhr wurde  vom Blasensprung geweckt. Erst war ich mir gar nicht so sicher, ob es wirklich ein Blasensprung ist, da das Wasser immer nur schwallartig lief, wenn ich mich wieder ins Bett legte. Aber Christof war sich sicher, er roch sogar am Teppich um mich zu überzeugen, dass das kein Urin ist. Also riefen wir eine Stunde später Lucie an, die uns dann wieder ins Bett schickte, da ich noch nicht eindeutig sagen konnte, ob ich nun Wehen habe oder nicht. Wir verabredeten uns für 8.00 Uhr im Geburtshaus, wenn keine stärkeren Wehen einsetzen sollten. Christof legte sich auch direkt wieder hin und schlief noch zwei Stunden (eine Tatsache, die er noch sein ganzes Leben zu hören bekommen wird). I

Ich konnte nicht mehr schlafen, da ja immer wenn ich mich hinlegte, das Wasser lief, da nützte auch kein noch so großes Handtuch. Auch die Wehen wurden immer stärker, so dass ich mich auch nicht mehr hinsetzen wollte und nur noch gelaufen bin.

Um 6.00 Uhr waren die Wehen so stark und kamen so oft, dass ich Lucie noch einmal angerufen habe. Wir einigten uns dann auf 7.00 Uhr im Geburtshaus, da Lucie noch in die Dusche wollte. Ich weckte Christof ("Was ist los?") und legte mich auch noch in die Badewanne.
Obwohl Christof sehr ruhig und gut gefahren ist,  war die Fahrt zum Geburtshaus gruselig, da es noch dunkel und sehr neblig war.

Um kurz nach 7.00 Uhr waren wir dann im Geburtshaus. Die Wehen kamen da sehr oft hinereinander und als Lucie mich dann untersuchte, stellte sie fest, dass der Muttermund bereit 9cm geöffnet war. Lucie ließ mir Badewasser ein und setzte mir in dem Rücken Akkupunkturnadeln, da ich sehr starke Rückenschmerzen hatte. In der Wanne habe ich die meiste zeit gekniet, da ich während der Wehen einfach nicht sitzen konnte.
Auch in die Kopfhaut bekam ich eine Nadel, die mich ein wenig entspannen sollte. Ich habe diese Nadel kaum gespürt, aber für Christof war der Anblick wohl schrecklich, da ich beim Haare zurückstreichen immer wieder an die Nadel gekommen bin.
Lucie überprüfte immer wieder die Herztöne, da diese so gut waren, äußerte sie den Verdacht, dass das Kind ein Mädchen sein könnte. Die Ärzte hatten um Ultraschall aber immer einen Jungen gesehen. Ich dachte nur, ganz egal, Hauptsache es ist bald da.
Als Lucie mir zum zweiten mal Nadel in den Rücken stechen wollte, habe ich das abgelehnt, da ich das Einstechen nicht ertragen konnte (verrückt bei so starken Wehenschmerzen).

Nach ca. 1,5 Stunden in der Wanne setzten die Presswehen ein. Ungefähr zu der Zeit hat Lucie angefangen, die Sachen zur Erstversorgen bereit zu legen. Als ich das gesehen habe, hat mir das nochmal sehr viel Kraft gegeben, da ich dachte wenn sie das jetzt bereit legt, dann kann es ja nicht mehr lange dauern.
Wir zogen dann von der Wanne zum Bett um. Ich fand das Liegen aber nicht sehr angenehm und so sind wir dann auf den Geburtshocker umgezogen. Christof saß hinter mir und hat mir in jeglicher Hinsicht sehr viel Halt gegeben.
Hier kam dann auch noch Agnes dazu. Sie versuchte mit einer Bauchmassage die ganze Sache noch etwas anzutreiben. Die Wehen kamen mittlerweile seltener und die Abstände kamen mir sehr lang vor. In den Pausen konnte ich mich aber nur schlecht entspannen, ich hatte immer Angst vor der nächsten Wehe. Auch spürte ich wie der Kopf hinaus wollte, aber immer wieder zurück glitt.

Als ich es auf die Brust bekam, schaute ich sofort nach: es ist ein Junge.
Eric war 55cm groß und wog 4759 Gramm.
Wir gingen dann zum Bett hinüber und konnten ihn erst einmal richtig anschauen und auf der Welt begrüßen.
Nach einer Weile half Lucie mir dann auf die Toilette, wo dann die Nachgeburt kam. Anschließend hatten wir dann wieder Zeit für uns drei.

Für uns war die Geburt im Geburtshaus genau die richtige Wahl. Die Mischung aus privater, geborgener Atmosphäre und der liebevollen, unglaublich kompetenten Art der Hebammen und das daraus resultierende Vertrauen, bildete für uns die ideale Umgebung für Erics Geburt.

Erics Familie