Max


Die Geburt eines Engels:


Am 30.01.2010 um 17.20 Uhr hat unser kleiner Sonnenschein Max in der Villa Dullstein das Licht der Welt erblickt. Dieser Tag war für uns der bisher emotionalste, schönste und aufregendste unseres Lebens.......

Am 29.01.2010 gegen 16.00 Uhr begannen meine (bis dahin sehr unregelmäßigen) Wehen, im
5-Minuten-Takt zu kommen. Um zu testen, ob es nun tatsächlich losgehen sollte (5Tage nach dem errechneten Termin), ging ich in die Badewanne – Glück gehabt: die Wehen blieben!!!

Also riefen wir (auf Drängen meines Mannes) bei Lucie an. Diese kam dann um 20.00 Uhr zu uns, um mich zu untersuchen.
Ihr Fazit der Untersuchung lautete: „Es geht heute Nacht oder morgen früh los. Leg Dich hin, versuch zu schlafen und wenn irgendwas ist, ruf sofort an...“

Hinlegen und schlafen mit Wehen, die alle 3-5 Minuten kamen, immer stärker wurden und der Info, dass es jetzt tatsächlich losgehen sollte. Gute Idee...

Ich habe die ganze Nacht kein Auge zu gemacht!!!

Am nächsten Morgen 08.00 Uhr riefen wir erneut bei Lucie an, denn nun waren die Wehen schon so stark, dass wir dachten, es wäre langsam an der Zeit, Richtung Geburtshaus aufzubrechen. Also fuhren wir 10.00 Uhr zur Villa, wo uns Agnes in Empfang nahm (sie war bei unserer Ankunft damit beschäftigt, mehrere Packungen mit gigantisch großen Damenbinden aus ihrem Kofferraum zu holen – ich ahnte schlimmstes....).

Dann bezogen wir das Vanillezimmer, Agnes untersuchte mich noch mal, teilte mir mit, dass es jetzt eigentlich erst los gehen würde (die Wehen in der Nacht gehörten wohl noch nicht zum Geburtsgeschehen) und bereitete uns erst mal ein leckeres Frühstück. Sie machte sich nämlich ernsthafte Gedanken darüber, ob ich die Geburt ohne Schlaf und Frühstück durchstehen würde....

Im Laufe des frühen Nachmittags hörte ich im Flur der Villa eine gute Bekannte aus unserem Geburtsvorbereitungskurs mit ihrem Mann reden. Ich freute mich, dass die beiden da waren und bot ihnen an, uns noch ein bisschen Gesellschaft zu leisten. Also tranken wir noch zusammen einen Kaffee, erzählten und lachten gemeinsam ein bisschen (ich lachte natürlich nur in den Wehenpausen mit.....).

Als die beiden dann gegen 15.30 Uhr wieder fuhren, kam Agnes in unser Zimmer und sagte, ich soll doch ein bisschen spazieren gehen. Draußen war strahlender Sonnenschein und es lag überall Schnee. Mich strengte allerdings schon der bloße Gedanke daran an, die Treppen in der Villa hinunter gehen zu müssen. Dennoch dachte ich, Agnes hat die Erfahrung und wenn sie sagt, sie hat den Eindruck, dass es bei mir nicht weiter geht, dann wird das wohl stimmen (sie hatte ja auch nur mitgekriegt, dass wir mit den beiden Bekannten erzählt und gelacht haben und nicht, dass ich zwischendurch trotzdem starke Wehen hatte). Also schleppte ich mich runter, kam gerade bis vor die Tür und schon merkte ich, wie sich mein Kreislauf verabschiedete. Schnell wieder rein und auf den ersten Stuhl.....

Agnes machte sich ab jetzt ernste Gedanken darüber, ob ich die Geburt im Geburtshaus tatsächlich durchstehen würde. Sie sagte mir, dass sie darüber nachdenkt, mit mir/uns ins Krankenhaus zu fahren, damit ich ggf. später eine PDA bekommen könnte. Die Geburt würde ihrer Meinung nach noch lange dauern.

Der Gedanke, ins Krankenhaus zu müssen, enttäuschte mich – ich hatte mir vorher noch nicht mal den Kreißsaal angeschaut, weil für mich irgendwie so klar war, dass ich in der Villa entbinden möchte und das dann auch tun werde.
Bevor wir ins Krankenhaus wechseln sollten, wollte Agnes mich noch einmal untersuchen. Zu unser aller Erschrecken platzte direkt zu Beginn der Untersuchung die Fruchtblase, dem Muttermund war schon 9 cm geöffnet und Agnes teilte mir mit, dass es ab jetzt richtig los gehen würde (ohne Wechsel ins Krankenhaus – Glück gehabt!!!). Sie war völlig irritiert, dass ich schon soweit war... Ich fand´s gut;-)

Also ließ sie Wasser in die Badewanne ein, Lucie kam, mein Mann platzierte sich hinter mich, um mich festzuhalten und dann ging`s rund – Presswehe an Presswehe, der kleine rutschte immer tiefer (ich konnte seinen Kopf schon fühlen), aber er wollte irgendwie nicht raus. Laut Agnes ließ die Wehenkraft durch das warme Wasser nach, also musste ich wieder raus aus der Wanne und rüber auf den Gebärhocker. Ich frage mich heute ernsthaft, wie ich das gemacht habe.

Da mein T-Shirt natürlich nass war, zogen die drei mich noch mal um. Was ich nicht wusste, war, dass mein Mann mir zufällig ein Shirt aus der Tasche gezogen hatte, wo dick drauf stand: „Ich spende Blut“. Lucie und Agnes lachten sich darüber halb tot.

Als ich dann auf dem Gebärhocker angekommen war, dauerte es noch 2-3 Wehen und dann war es endlich soweit. Mein kleiner, süßer Sonnenschein war endlich da. Agnes gab mir den Kleinen direkt in den Arm und ich kann gar nicht in Worte fassen, was ich in diesem Moment empfunden habe. Es war einfach nur gigantisch. Ich war absolut überwältigt von dem kleinen Spatz. Er war soooooo süß!!!

Dann machte er ganz zaghaft seine kleinen Äuglein auf und sah mich an. Ich kann wirklich nicht beschreiben, was ich empfunden habe. Das war definitiv der aller schönste Moment in meinem ganzen Leben! Ich hätte mir nie vorstellen können, so viel Liebe auf einmal empfinden zu können.....absolut unglaublich...

Im Anschluss kümmerten sich Agnes und Lucie noch weiterhin sehr, sehr rührend und liebevoll um uns. Agnes blieb sogar noch über Nacht mit uns im Geburtshaus. Sie hat das alles einfach nur toll gemacht. Wir haben uns sehr, sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. Egal, ob es die Wehen, die Geburt, meine anschließenden Kreislaufprobleme oder die Schmerzen der Geburt waren – Agnes hat mit die komplette Zeit über das Gefühl vermittelt, dass wir das alles hin kriegen. Ihre Anweisungen während der Geburt waren klar und bestimmt, sie war verständnisvoll und ist auf all meine Bedürfnisse eingegangen. Ich bin sehr, sehr froh, sie während dieser Ausnahmesituation an meiner Stelle gehabt zu haben!!!

Liebe Agnes, Lieb Lucie, falls ihr das hier lest:
Vielen, vielen tausend  Dank für alles, was ihr für uns getan habt!!!
Ihr macht einen großartigen Job!!!
Wir wünschen euch von Herzen alles, alles Gute und sind uns sicher, dass wir uns bei einer weiteren Schwangerschaft mit großer Freude wieder an euch wenden werden.

Herzlichste Grüße und alles Liebe