Tobi


Wie sich Tobi auf den Weg machte.......


Sonntag, 27.06.2010
Lucie untersuchte mich, leider war der Befund noch genau wie vor einer Woche trotz schicker Vorwehen (7 Tage über dem Termin!) Etwas frustriert fuhren wir nach Hause. Also,.... natürliche Wehenanregung,  Brustwarzenstimulation und Herumlaufen. Alle schauten das WM-Spiel Deutschland-England und ich oben im „Wehenzimmer“ verfolgte das Spiel im Radio „tigernd und massierend“. Gegen Spielende endlich leichtes Ziehen alle 10 min. die auch etwas stärker waren als die Tage zuvor, so das wir gegen 01.30 Uhr Lucie weckten, weil ich doch unruhig wurde. Bei der Untersuchung  -Mist- schon wieder nur unproduktive Wehen. Um nicht völlig umsonst die arme Frau geweckt zu haben, gab es dann eine Generalprobe in der Geburtswanne.

Montag, 28.06.2010
Wie war das noch mal mit natürlichen Prostaglandinen und Kinder kommen raus wie sie reinkamen, mh??? Also, Gatte und danach noch mal baden. Wieder kamen diese „Spaßwehen“, die nichts bewirkten aber absolut mürbten, wie wir abends bei der Untersuchung mutlos feststellen mussten. Agnes riet mir mit einer dicken Portion Buscopan und einem Prossecco erst mal eine Nacht gut zu schlafen und anderntags in aller Frühe den Wehencocktail zu versuchen. Ich war skeptisch, da das bei unserem ersten Kind leider nicht funktioniert hatte, aber man kanns` ja mal probieren......

Dienstag, 29.06.2010
Nach einer Nacht mit „doofen“ Wehen alle 10 min. (leider wirkte das Buscopan nicht!) zum Frühstück besagtes Getränk. Wenigstens konnte ich jetzt drei Stunden schlafen, denn es tat sich komischerweise GAR NICHTS! Also nach Ablauf der vier Stunden noch mal Agnes anrufen: „Soll ich noch einen davon nehmen? Sie verneinte vehement und wunderte sich auch.

Gegen 11.00 Uhr zog es doch etwas, ich bügelte noch ein paar Hemden, irgendwann ging das nicht mehr, Thank god! Richtige Wehen! In meinem Wehenzimmer am Tuch hängend verbrachte ich so einige Zeit, Christian kam ins Zimmer und beobachtete Wehenlänge und Abstände. Irgendwann merkte ich selber, das ich doch deutlich lauter wurde, ich flehte Christian an, endlich im Geburtshaus anzurufen, der zierte sich ein bisschen, ich musste wohl lauter werden!!
Gegen 13.30 Uhr endlich der Anruf bei Agnes und wir fuhren wie in den einschlägigen Filmszenen ins Geburtshaus: Mann sitzt mit verkrampften Händen Schweißnass am Steuer, Schwangere krümmt sich und schreit auf dem Rücksitz. Wir kamen an um 14.30 Uhr und Christian sah was Agnes wohl dachte: „Na, is `sicher wieder falscher Alarm,.....boah stellt DIE sich an mit ihren 3cm Mumu“.
Irrtum es waren 8 cm und sie hat erst mal die Wanne eingelassen. Ich war erleichtert und heulte erst mal auf, endlich geht es richtig los. In der Wanne ließ die Wucht der Wehen etwas nach und ich konnte mehr mitgehen. Agnes verstand es wunderbar, mich in Ruhe zu lassen und einzugreifen, wenn ich sie brauchte. Die Presswehen kamen und mit einer ziemlich langen der Kopf und mit einem bisschen hinterherschieben der Körper gleich mit.

Geschafft und glücklich!
Erstmal aus der Wanne raus, Tobsi war ein wenig blau, wurde aber vom Kopf her nach unten rosa, war sehr wach und ein friedliches Kerlchen. Wir lagen noch einige Zeit auf dem breiten Geburtsbett, warteten auf die Nachgeburt, die mit ein bisschen Unterstützung dann auch kam. Eine einzigartige Atmosphäre, wir waren die einzige Geburt im Haus. Ein schönes Glas Sekt, ein leckeres essen und dann ein bisschen „Näharbeit“ am Damm, was sich aber gut aushalten ließ (Agnes: Großes Kompliment!) Sehr Angenehm war auch Evas Anwesenheit, die Praktikantin kurz vor der Abschließenden Prüfung. Wir riefen sie an in Duisburg, als wir die Wanne einließen. Sie schaffte es noch kurz vor den Presswehen da zu sein. Unsere „Großen“ zu Hause haben wir per Handy und MMS auf dem Laufenden gehalten. Nach der U1 ging es wieder nach Hause, Abenteuer Geburt vorbei, jetzt beginnt das Abenteuer Baby!

Vielen dank euch allen.