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Aktuelles zum Thema Haftpflichtversicherung für Hebammen

Wie Sie sicher durch Medien und Presse erfahren haben, ist die Situation der Hebammen bezüglich der Freiberuflichkeit ab Mitte 2015 gefährdet bzw. nicht mehr möglich, falls keine Lösung zum Thema Haftpflichtversicherung gefunden wird.

Dies betrifft uns als Hebammen des Geburtshaus Geldern mit Belegvertrag im Clemens-Hospital Geldern natürlich insbesondere, da wir keine zusätzliche Absicherung unseres Einkommens durch eine Angestelltentätigkeit haben.

Aber genauso geht es ja auch den Hebammen im Krankenhaus Emmerich, Kleve und Kempen, die dort in einem Belegsystem arbeiten!Geburtshilfe könnte dort, ohne die Haftpflichtversicherung jeder einzelnen Hebamme, nicht mehr stattfinden!

Entweder stellt der Krankenhausträger das System auf angestellte Hebammen um oder die Abteilung müsste schließen, da von Rechtswegen Geburtshilfe nur mit Hebammen geleistet werden darf – für kleinere Abteilungen ist es dann sowieso unwirtschaftlich.

Die Folge wäre

1.eine Überbelastung der verbleibenden Kliniken mit Geburtshilfe
2.
in den geschlossenen Kliniken müssten die Krankenschwestern der entsprechenden Stationen, Ärzte, Sekretärinnen usw. anderweitig untergebracht werden….

Die viel zitierten außerklinischen Geburten sind doch das „kleinste“ Problem- ohne Haftpflichtversicherung dürfen Hebammen keine Kurse, keine Beratung, keine Hilfeleistungen und Vorsorgen, keine Beleggeburten im Krankenhaus und keine Nachsorgen mehr anbieten.

Das heißt im Klartext: nur angestellte Hebammen, die über ihren Arbeitgeber Krankenhaus ausreichend versichert sind, dürfen im Krankenhaus Geburtshilfe leisten- alle anderen Arbeitsfelder des Hebammenberufes fallen weg!

Durch die Fallpauschalen der Krankenkassen sind die Liegezeiten der Entbundenen extrem verkürzt worden.

Ein Wegfall der häuslichen Nachsorge würde auf jeden Fall dazu führen, das Frauen sich gar nicht erst trauen, so früh zu gehen- vor allem nicht beim 1. Kind.

Hinzu kommt natürlich, dass auch bei kleineren Problemen die Frauen in Schwangerschaft und Wochenbett die Gynäkologen, Kinderärzte und Ambulanzen der geburtshilflichen Abteilungen viel häufiger aufsuchen würden!

Die Folge wird eine personelle und räumliche Überbelastung der Praxen und Ambulanzen sein; die Familien werden sich schlechter versorgt fühlen und auch sein.

An die psychisch und sozial problematischen Familien und die frühe Hilfen in Kooperation mit den Jugendämtern erst gar nicht zu denken.

Wir würden uns freuen, wenn auch Krankenhausträger, Gynäkologen und Kinderärzte sich für die Problematik interessieren und informieren würden, denn die Folgen werden wie eine große Welle auf eben diese zurollen!

Die größte Gruppe der Leidtragenden sind allerdings die werdenden Eltern und ihre Kinder, die ohne adäquate Alternative alleingelassen werden.

Uns dabei zu unterstützen, auch über Verbände, wäre im Interesse aller Frauen und Familien sinnvoll- denn es geht hier nicht nur um die wenigen außerklinischen Geburten sondern um das ganze Arbeitsfeld von Hebammen und um die Versorgung von Schwangeren, Familien und Kindern!


Weitere Informationen, Petitionen usw. können Sie sich über die Anhänge und Links runterladen. Vielen Dank an alle, die unterstützen!!

Mit freundlichem Gruß

Das Geburtshausteam Lucia Bald, Wilma Leenen, Agnes Tebarts


PS: Wußten Sie,


Links:
Petition 2014_Diskussionzweig
FAQ - Haftpflicht (pdf)
Daten und Fakten zur Haftpflichtprämie für Hebammen (pdf)
change.org
Deutscher Hebammenverband e.V.

Druckversion 25.03.2017 - 10:44 Uhr
Geburtshaus Villa Dullstein - Harttor 48 - 47608 Geldern - T 02831 97 77 93 - F 02831 13 23 30 - mail@geburtshaus-geldern.de -